Nietzsche - Also Sprach Zarathustra

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Ich lehre euch den Uebermenschen. Der Mensch ist Etwas, das ueberwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu ueberwinden?
1:39
Was ist der Affe fuer den Menschen? Ein Gelaechter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch fuer den Uebermenschen sein: ein Gelaechter oder eine schmerzliche Scham.
1:42
Seht, ich lehre euch den Uebermenschen!
1:43
Der Uebermensch ist der Sinn der Erde. Euer Wille sage: der Uebermensch _sei_ der Sinn der Erde!
1:51
Seht, ich lehre euch den Uebermenschen: der ist diess Meer, in ihm kann eure grosse Verachtung untergehn.
1:61
Seht, ich lehre euch den Uebermenschen: der ist dieser Blitz, der ist dieser Wahnsinn! -
1:65
Der Mensch ist ein Seil, geknuepft zwischen Thier und Uebermensch, - ein Seil ueber einem Abgrunde.
1:70
Ich liebe Die, welche nicht erst hinter den Sternen einen Grund suchen, unterzugehen und Opfer zu sein: sondern die sich der Erde opfern, dass die Erde einst der Uebermenschen werde.
1:71
Ich liebe Den, welcher lebt, damit er erkenne, und welcher erkennen will, damit einst der Uebermensch lebe. Und so will er seinen Untergang.
1:72
Ich liebe Den, welcher arbeitet und erfindet, dass er dem Uebermenschen das Haus baue und zu ihm Erde, Thier und Pflanze vorbereite: denn so will er seinen Untergang.
1:86
Seht, ich bin ein Verkuendiger des Blitzes und ein schwerer Tropfen aus der Wolke: dieser Blitz aber heisst Uebermensch. -
1:113
Und hier endete die erste Rede Zarathustra's, welche man auch "die Vorrede" heisst: denn an dieser Stelle unterbrach ihn das Geschrei und die Lust der Menge. "Gieb uns diesen letzten Menschen, oh Zarathustra, - so riefen sie - mache uns zu diesen letzten Menschen! So schenken wir dir den Uebermenschen!" Und alles Volk jubelte und schnalzte mit der Zunge. Zarathustra aber wurde traurig und sagte zu seinem Herzen:
1:129
Ich will die Menschen den Sinn ihres Seins lehren: welcher ist der Uebermensch, der Blitz aus der dunklen Wolke Mensch.
1:158
Den Schaffenden, den Erntenden, den Feiernden will ich mich zugesellen: den Regenbogen will ich ihnen zeigen und alle die Treppen des Uebermenschen.
1:295
Ich gehe nicht euren Weg, ihr Veraechter des Leibes! Ihr seid mir keine Bruecken zum Uebermenschen! -
1:330
Es ist nicht genug, dass ihr euch mit Dem versoehnt, den ihr toedtet. Eure Traurigkeit sei Liebe zum Uebermenschen: so rechtfertigt ihr euer Noch-Leben!
1:503
Dort, wo der Staat _aufhoert_, - so seht mir doch hin, meine Brueder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Bruekken des Uebermenschen? -
1:581
Du kannst dich fuer deinen Freund nicht schoen genug putzen: denn du sollst ihm ein Pfeil und eine Sehnsucht nach dem Uebermenschen sein.
1:639
Nicht den Naechsten lehre ich euch, sondern den Freund. Der Freund sei euch das Fest der Erde und ein Vorgefuehl des Uebermenschen.
1:643
Die Zukunft und das Fernste sei dir die Ursache deines Heute: in deinem Freunde sollst du den Uebermenschen als deine Ursache lieben.
1:701
Der Strahl eines Sternes glaenze in eurer Liebe! Eure Hoffnung heisse: "moege ich den Uebermenschen gebaeren!"
1:764
Bitterniss ist im Kelch auch der besten Liebe: so macht sie Sehnsucht zum Uebermenschen, so macht sie Durst dir, dem Schaffenden!
1:765
Durst dem Schaffenden, Pfeil und Sehnsucht zum Uebermenschen: sprich, mein Bruder, ist diess dein Wille zur Ehe?
1:847
Ihr Einsamen von heute, ihr Ausscheidenden, ihr sollt einst ein Volk sein: aus euch, die ihr euch selber auswaehltet, soll ein auserwaehltes Volk erwachsen: - und aus ihm der Uebermensch.
1:861
Und das ist der grosse Mittag, da der Mensch auf der Mitte seiner Bahn steht zwischen Thier und Uebermensch und seinen Weg zum Abende als seine hoechste Hoffnung feiert: denn es ist der Weg zu einem neuen Morgen.
1:863
"Todt sind alle Goetter: nun wollen wir, dass der Uebermensch lebe." - diess sei einst am grossen Mittage unser letzter Wille! -
2:43
Einst sagte man Gott, wenn man auf ferne Meere blickte; nun aber lehrte ich euch sagen: Uebermensch.
2:45
Koenntet ihr einen Gott _schaffen_? - So schweigt mir doch von allen Goettern! Wohl aber koenntet ihr den Uebermenschen schaffen.
2:46
Nicht ihr vielleicht selber, meine Brueder! Aber zu Vaetern und Vorfahren koenntet ihr euch umschaffen des Uebermenschen: und Diess sei euer bestes Schaffen! -
2:73
Des Uebermenschen Schoenheit kam zu mir als Schatten. Ach, meine Brueder! Was gehen mich noch - die Goetter an! -
2:154
Niemals noch gab es einen Uebermenschen. Nackt sah ich Beide, den groessten und den kleinsten Menschen: -
2:262
Und sie sollen es auch nicht werden! Was waere denn meine Liebe zum Uebermenschen, wenn ich anders spraeche?
2:637
Wahrlich, immer zieht es uns hinan - naemlich zum Reich der Wolken: auf diese setzen wir unsre bunten Baelge und heissen sie dann Goetter und Uebermenschen: -
2:638
Sind sie doch gerade leicht genug fuer diese Stuehle! - alle diese Goetter und Uebermenschen.
2:838
Denn dass dem Uebermenschen sein Drache nicht fehle, der Ueber-Drache, der seiner wuerdig ist: dazu muss viel heisse Sonne noch auf feuchten Urwald gluehen!
2:841
So fremd seid ihr dem Grossen mit eurer Seele, dass euch der Uebermensch _furchtbar_ sein wuerde in seiner Guete!
2:842
Und ihr Weisen und Wissenden, ihr wuerdet vor dem Sonnenbrande der Weisheit fluechten, in dem der Uebermensch mit Lust seine Nacktheit badet!
2:843
Ihr hoechsten Menschen, denen mein Auge begegnete! das ist mein Zweifel an euch und mein heimliches Lachen: ich rathe, ihr wuerdet meinen Uebermenschen - Teufel heissen!
2:844
Ach, ich ward dieser Hoechsten und Besten muede: aus ihrer "Hoehe" verlangte mich hinauf, hinaus, hinweg zu dem Uebermenschen!
3:565
Dort war's auch, wo ich das Wort " Uebermensch" vom Wege auflas, und dass der Mensch Etwas sei, das ueberwunden werden muesse,
3:747
Also rathe ich allen Redlichen; und was waere denn meine Liebe zum Uebermenschen und zu Allem, was kommen soll, wenn ich anders riethe und redete!
3:875
- dass ich wieder das Wort spreche vom grossen Erden- und Menschen-Mittage, dass -ich wieder den Menschen den Uebermenschen kuende.
4:502
Wohlan! Wohlauf! Ihr hoeheren Menschen! Nun erst kreisst der Berg der Menschen-Zukunft. Gott starb: nun wollen _wir_, - dass der Uebermensch lebe.
4:505
Der Uebermensch liegt mir am Herzen, _der_ ist mein Erstes und Einziges, - und _nicht_ der Mensch: nicht der Naechste, nicht der Aermste, nicht der Leidendste, nicht der Beste -
4:512
Diese Herrn von Heute ueberwindet mir, oh meine Brueder, - diese kleinen Leute: _die_ sind des Uebermenschen groesste Gefahr!
4:521
"Der Mensch muss besser und boeser werden" - so lehre _ich_. Das Boeseste ist noethig zu des Uebermenschen Bestem.

Fequency of the words:
46 Uebermensch