Nietzsche - Also Sprach Zarathustra

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1:6
Aber wir warteten deiner an jedem Morgen, nahmen dir deinen Ueberfluss ab und segneten dich dafuer.
1:9
Dazu muss ich in die Tiefe steigen: wie du des Abends thust, wenn du hinter das Meer gehst und noch der Unterwelt Licht bringst, du ueberreiches Gestirn!
1:38
Ich lehre euch den Uebermenschen. Der Mensch ist Etwas, das ueberwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu ueberwinden?
1:39
Was ist der Affe fuer den Menschen? Ein Gelaechter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch fuer den Uebermenschen sein: ein Gelaechter oder eine schmerzliche Scham.
1:42
Seht, ich lehre euch den Uebermenschen!
1:43
Der Uebermensch ist der Sinn der Erde. Euer Wille sage: der Uebermensch _sei_ der Sinn der Erde!
1:51
Seht, ich lehre euch den Uebermenschen: der ist diess Meer, in ihm kann eure grosse Verachtung untergehn.
1:61
Seht, ich lehre euch den Uebermenschen: der ist dieser Blitz, der ist dieser Wahnsinn! -
1:65
Der Mensch ist ein Seil, geknuepft zwischen Thier und Uebermensch, - ein Seil ueber einem Abgrunde.
1:70
Ich liebe Die, welche nicht erst hinter den Sternen einen Grund suchen, unterzugehen und Opfer zu sein: sondern die sich der Erde opfern, dass die Erde einst der Uebermenschen werde.
1:71
Ich liebe Den, welcher lebt, damit er erkenne, und welcher erkennen will, damit einst der Uebermensch lebe. Und so will er seinen Untergang.
1:72
Ich liebe Den, welcher arbeitet und erfindet, dass er dem Uebermenschen das Haus baue und zu ihm Erde, Thier und Pflanze vorbereite: denn so will er seinen Untergang.
1:86
Seht, ich bin ein Verkuendiger des Blitzes und ein schwerer Tropfen aus der Wolke: dieser Blitz aber heisst Uebermensch. -
1:113
Und hier endete die erste Rede Zarathustra's, welche man auch "die Vorrede" heisst: denn an dieser Stelle unterbrach ihn das Geschrei und die Lust der Menge. "Gieb uns diesen letzten Menschen, oh Zarathustra, - so riefen sie - mache uns zu diesen letzten Menschen! So schenken wir dir den Uebermenschen!" Und alles Volk jubelte und schnalzte mit der Zunge. Zarathustra aber wurde traurig und sagte zu seinem Herzen:
1:129
Ich will die Menschen den Sinn ihres Seins lehren: welcher ist der Uebermensch, der Blitz aus der dunklen Wolke Mensch.
1:158
Den Schaffenden, den Erntenden, den Feiernden will ich mich zugesellen: den Regenbogen will ich ihnen zeigen und alle die Treppen des Uebermenschen.
1:206
Zehn Mal musst du des Tages dich selber ueberwinden: das macht eine gute Muedigkeit und ist Mohn der Seele.
1:207
Zehn Mal musst du dich wieder dir selber versoehnen; denn Ueberwindung ist Bitterniss, und schlecht schlaeft der Unversoehnte.
1:221
Sondern ich denke, was ich des Tages gethan und gedacht. Wiederkaeuend frage ich mich, geduldsam gleich einer Kuh: welches waren doch deine zehn Ueberwindungen?
1:263
Milde ist Zarathustra den Kranken. Wahrlich, er zuernt nicht ihren Arten des Trostes und Undanks. Moegen sie Genesende werden und Ueberwindende und einen hoeheren Leib sich schaffen!
1:295
Ich gehe nicht euren Weg, ihr Veraechter des Leibes! Ihr seid mir keine Bruecken zum Uebermenschen! -
1:304
Nicht will ich es als eines Gottes Gesetz, nicht will ich es als eine Menschen-Satzung und -Nothdurft: kein Wegweiser sei es mir fuer Ueber-Erden und Paradiese.
1:322
Der Mensch ist Etwas, das ueberwunden werden muss: und darum sollst du deine Tugenden lieben, - denn du wirst an ihnen zu Grunde gehn. -
1:326
"Mein Ich ist Etwas, das ueberwunden werden soll: mein Ich ist mir die grosse Verachtung des Menschen": so redet es aus diesem Auge.
1:330
Es ist nicht genug, dass ihr euch mit Dem versoehnt, den ihr toedtet. Eure Traurigkeit sei Liebe zum Uebermenschen: so rechtfertigt ihr euer Noch-Leben!
1:466
Euren hoechsten Gedanken aber sollt ihr euch von mir befehlen lassen - und er lautet: der Mensch ist Etwas, das ueberwunden werden soll.
1:503
Dort, wo der Staat _aufhoert_, - so seht mir doch hin, meine Brueder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Bruekken des Uebermenschen? -
1:581
Du kannst dich fuer deinen Freund nicht schoen genug putzen: denn du sollst ihm ein Pfeil und eine Sehnsucht nach dem Uebermenschen sein.
1:583
Sahst du deinen Freund schon schlafen? Erschrakst du nicht, dass dein Freund so aussieht? Oh, mein Freund, der Mensch ist Etwas, das ueberwunden werden muss.
1:601
Eine Tafel der Gueter haengt ueber jedem Volke. Siehe, es ist seiner Ueberwindungen Tafel; siehe, es ist die Stimme seines Willens zur Macht.
1:604
Wahrlich, mein Bruder, erkanntest du erst eines Volkes Noth und Land und Himmel und Nachbar: so erraethst du wohl das Gesetz seiner Ueberwindungen und warum es auf dieser Leiter zu seiner Hoffnung steigt.
1:607
"Vater und Mutter ehren und bis in die Wurzel der Seele hinein ihnen zu Willen sein": diese Tafel der Ueberwindung haengte ein andres Volk ueber sich auf und wurde maechtig und ewig damit.
1:639
Nicht den Naechsten lehre ich euch, sondern den Freund. Der Freund sei euch das Fest der Erde und ein Vorgefuehl des Uebermenschen.
1:643
Die Zukunft und das Fernste sei dir die Ursache deines Heute: in deinem Freunde sollst du den Uebermenschen als deine Ursache lieben.
1:701
Der Strahl eines Sternes glaenze in eurer Liebe! Eure Hoffnung heisse: "moege ich den Uebermenschen gebaeren!"
1:764
Bitterniss ist im Kelch auch der besten Liebe: so macht sie Sehnsucht zum Uebermenschen, so macht sie Durst dir, dem Schaffenden!
1:765
Durst dem Schaffenden, Pfeil und Sehnsucht zum Uebermenschen: sprich, mein Bruder, ist diess dein Wille zur Ehe?
1:821
Aufwaerts geht unser Weg, von der Art hinueber zur Ueber-Art. Aber ein Grauen ist uns der entartende Sinn, welcher spricht: "Alles fuer mich."
1:847
Ihr Einsamen von heute, ihr Ausscheidenden, ihr sollt einst ein Volk sein: aus euch, die ihr euch selber auswaehltet, soll ein auserwaehltes Volk erwachsen: - und aus ihm der Uebermensch.
1:861
Und das ist der grosse Mittag, da der Mensch auf der Mitte seiner Bahn steht zwischen Thier und Uebermensch und seinen Weg zum Abende als seine hoechste Hoffnung feiert: denn es ist der Weg zu einem neuen Morgen.
1:863
"Todt sind alle Goetter: nun wollen wir, dass der Uebermensch lebe." - diess sei einst am grossen Mittage unser letzter Wille! -
2:42
Seht, welche Fuelle ist um uns! Und aus dem Ueberflusse heraus ist es schoen hinaus zu blicken auf ferne Meere.
2:43
Einst sagte man Gott, wenn man auf ferne Meere blickte; nun aber lehrte ich euch sagen: Uebermensch.
2:45
Koenntet ihr einen Gott _schaffen_? - So schweigt mir doch von allen Goettern! Wohl aber koenntet ihr den Uebermenschen schaffen.
2:46
Nicht ihr vielleicht selber, meine Brueder! Aber zu Vaetern und Vorfahren koenntet ihr euch umschaffen des Uebermenschen: und Diess sei euer bestes Schaffen! -
2:73
Des Uebermenschen Schoenheit kam zu mir als Schatten. Ach, meine Brueder! Was gehen mich noch - die Goetter an! -
2:107
Also redet alle grosse Liebe: die ueberwindet auch noch Vergebung und Mitleiden.
2:154
Niemals noch gab es einen Uebermenschen. Nackt sah ich Beide, den groessten und den kleinsten Menschen: -
2:225
Mein Herz, auf dem mein Sommer brennt, der kurze, heisse, schwermuethige, ueberselige: wie verlangt mein Sommer-Herz nach deiner Kuehle!
2:262
Und sie sollen es auch nicht werden! Was waere denn meine Liebe zum Uebermenschen, wenn ich anders spraeche?
2:265
Gut und Boese, und Reich und Arm, und Hoch und Gering, und alle Namen der Werthe: Waffen sollen es sein und klirrende Merkmale davon, dass das Leben sich immer wieder selber ueberwinden muss!
2:267
Und weil es Hoehe braucht, braucht es Stufen und Widerspruch der Stufen und Steigenden! Steigen will das Leben und steigend sich ueberwinden.
2:270
Dass Kampf und Ungleiches auch noch in der Schoenheit sei und Krieg um Macht und Uebermacht: das lehrt er uns hier im deutlichsten Gleichniss.
2:281
Und darum auch ertrug man euren Unglauben, weil er ein Witz und Umweg war zum Volke. So laesst der Herr seine Sclaven gewaehren und ergoetzt sich noch an ihrem Uebermuthe.
2:334
Mein Glueck im Schenken erstarb im Schenken, meine Tugend wurde ihrer selber muede an ihrem Ueberflusse!
2:411
Und als ich mein Schwerstes that und meiner Ueberwindungen Sieg feierte: da machtet ihr Die, welche mich liebten, schrein, ich thue ihnen am wehesten.
2:427
Von der Selbst- Ueberwindung
2:453
Und diess Geheimniss redete das Leben selber zu mir. Siehe, sprach es, ich bin das, was sich immer selber ueberwinden muss.
2:464
Wahrlich, ich sage euch: Gutes und Boeses, das unvergaenglich waere - das giebt es nicht! Aus sich selber muss es sich immer wieder ueberwinden.
2:466
Aber eine staerkere Gewalt waechst aus euren Werthen und eine neue Ueberwindung: an der zerbricht Ei und Eierschale.
2:479
Vom Kampfe kehrte er heim mit wilden Thieren: aber aus seinem Ernste blickt auch noch ein wildes Thier - ein un ueberwundenes!
2:490
Seine That selber ist noch der Schatten auf ihm: die Hand verdunkelt den Handelnden. Noch hat er seine That nicht ueberwunden.
2:496
Den Arm ueber das Haupt gelegt: so sollte der Held ausruhn, so sollte er auch noch sein Ausruhen ueberwinden.
2:507
Diess naemlich ist das Geheimniss der Seele: erst, wenn sie der Held verlassen hat, naht ihr, im Traume, - der Ueber-Held.
2:637
Wahrlich, immer zieht es uns hinan - naemlich zum Reich der Wolken: auf diese setzen wir unsre bunten Baelge und heissen sie dann Goetter und Uebermenschen: -
2:638
Sind sie doch gerade leicht genug fuer diese Stuehle! - alle diese Goetter und Uebermenschen.
2:723
Droben huetete ich seine Saerge: voll standen die dumpfen Gewoelbe von solchen Siegeszeichen. Aus glaesernen Saergen blickte mich ueberwundenes Leben an.
2:838
Denn dass dem Uebermenschen sein Drache nicht fehle, der Ueber-Drache, der seiner wuerdig ist: dazu muss viel heisse Sonne noch auf feuchten Urwald gluehen!
2:841
So fremd seid ihr dem Grossen mit eurer Seele, dass euch der Uebermensch _furchtbar_ sein wuerde in seiner Guete!
2:842
Und ihr Weisen und Wissenden, ihr wuerdet vor dem Sonnenbrande der Weisheit fluechten, in dem der Uebermensch mit Lust seine Nacktheit badet!
2:843
Ihr hoechsten Menschen, denen mein Auge begegnete! das ist mein Zweifel an euch und mein heimliches Lachen: ich rathe, ihr wuerdet meinen Uebermenschen - Teufel heissen!
2:844
Ach, ich ward dieser Hoechsten und Besten muede: aus ihrer "Hoehe" verlangte mich hinauf, hinaus, hinweg zu dem Uebermenschen!
2:884
Der Stolz der Jugend ist noch auf dir, spaet bist du jung geworden: aber wer zum Kinde werden will, muss auch noch seine Jugend ueberwinden.` -
3:37
Ach, du liebreicher Narr Zarathustra, du Vertrauens- Ueberseliger! Aber so warst du immer: immer kamst du vertraulich zu allem Furchtbaren.
3:102
Mit solchen Raethseln und Bitternissen im Herzen fuhr Zarathustra ueber das Meer. Als er aber vier Tagereisen fern war von den glueckseligen Inseln und von seinen Freunden, da hatte er allen seinen Schmerz ueberwunden -: siegreich und mit festen Fuessen stand er wieder auf seinem Schicksal. Und damals redete Zarathustra also zu seinem frohlockenden Gewissen:
3:129
Noch wagte ich niemals, dich _herauf_ zu rufen: genug schon, dass ich dich mit mir - trug! Noch war ich nicht stark genug zum letzten Loewen- Uebermuthe und -Muthwillen.
3:131
Wenn ich mich dessen erst ueberwunden habe, dann will ich mich auch des Groesseren noch ueberwinden; und ein _Sieg_ soll meiner Vollendung Siegel sein! -
3:167
Wahrlich, ein Segnen ist es und kein Laestern, wenn ich lehre: "ueber allen Dingen steht der Himmel Zufall, der Himmel Unschuld, der Himmel Ohngefaehr, der Himmel Uebermuth."
3:170
Diesen Uebermuth und diese Narrheit stellte ich an die Stelle jenes Willens, als ich lehrte: "bei Allem ist Eins unmoeglich - Vernuenftigkeit!"
3:349
- Ach! Immer sind ihrer nur Wenige, deren Herz einen langen Muth und Uebermuth hat; und solchen bleibt auch der Geist geduldsam. Der Rest aber ist _feige_.
3:350
Der Rest: das sind immer die Allermeisten, der Alltag, der Ueberfluss, die Viel-zu-Vielen - diese alle sind feige! -
3:459
Wollust: fuer die freien Herzen unschuldig und frei, das Garten-Glueck der Erde, aller Zukunft Dankes- Ueberschwang an das Jetzt.
3:565
Dort war's auch, wo ich das Wort " Uebermensch" vom Wege auflas, und dass der Mensch Etwas sei, das ueberwunden werden muesse,
3:575
Der Sonne lernte ich Das ab, wenn sie hinabgeht, die Ueberreiche: Gold schuettet sie da in's Meer aus unerschoepflichem Reichthume, -
3:580
Also heischt es meine grosse Liebe zu den Fernsten: schone deinen Naechsten nicht! Der Mensch ist Etwas, das ueberwunden werden muss.
3:581
Es giebt vielerlei Weg und Weise der Ueberwindung.- da siehe _du_ zu! Aber nur ein Possenreisser denkt: "der Mensch kann auch _uebersprungen_ werden."
3:582
Ueberwinde dich selber noch in deinem Naechsten: und ein Recht, das du dir rauben kannst, sollst du dir nicht geben lassen!
3:602
Das verwegene Wagen, das lange Misstrauen, das grausame Nein, der Ueberdruss, das Schneiden in's Lebendige - wie selten kommt _das_ zusammen! Aus solchem Samen aber wird Wahrheit gezeugt!
3:658
An dem Besten ist noch Etwas zum Ekeln; und der Beste ist noch Etwas, das ueberwunden werden muss! -
3:747
Also rathe ich allen Redlichen; und was waere denn meine Liebe zum Uebermenschen und zu Allem, was kommen soll, wenn ich anders riethe und redete!
3:796
Du Schickung meiner Seele, die ich Schicksal heisse! Du-In-mir! Ueber-mir! Bewahre und spare mich auf zu Einem grossen Schicksale!
3:841
Solche Anklaeger des Lebens: die ueberwindet das Leben mit einem Augenblinzeln. "Du liebst mich? sagt die Freche; warte noch ein Wenig, noch habe ich fuer dich nicht Zeit."
3:847
Der grosse Ueberdruss am Menschen - _der_ wuergte mich und war mir in den Schlund gekrochen: und was der Wahrsager wahrsagte: "Alles ist gleich, es lohnt sich Nichts, Wissen wuergt."
3:854
Allzuklein der Groesste! - Das war mein Ueberdruss am Menschen! Und ewige Wiederkunft auch des Kleinsten! - Das war mein Ueberdruss an allem Dasein!
3:875
- dass ich wieder das Wort spreche vom grossen Erden- und Menschen-Mittage, dass -ich wieder den Menschen den Uebermenschen kuende.
3:892
Oh meine Seele, ueberreich und schwer stehst du nun da, ein Weinstock mit schwellenden Eutern und gedraengten braunen Gold-Weintrauben: -
3:893
- gedraengt und gedrueckt von deinem Gluecke, wartend vor Ueberflusse und schamhaft noch ob deines Wartens.
3:897
Oh meine Seele, ich verstehe das Laecheln deiner Schwermuth: dein Ueber-Reichthum selber streckt nun sehnende Haende aus!
3:898
Deine Fuelle blickt ueber brausende Meere hin und sucht und wartet; die Sehnsucht der Ueber-Fuelle blickt aus deinem laechelnden Augen-Himmel!
3:899
Und wahrlich, oh meine Seele! Wer saehe dein Laecheln und schmelze nicht vor Thraenen? Die Engel selber schmelzen vor Thraenen ob der Ueber-Guete deines Laechelns.
3:900
Deine Guete und Ueber-Guete ist es, die nicht klagen und weinen will: und doch sehnt sich, oh meine Seele, dein Laecheln nach Thraenen und dein zitternder Mund nach Schluchzen.
3:933
Oh sieh mich liegen, du Uebermuth, und um Gnade flehn! Gerne moechte ich mit dir - lieblichere Pfade gehn!
4:28
Ich aber und mein Schicksal - wir reden nicht zum Heute, wir reden auch nicht zum Niemals: wir haben zum Reden schon Geduld und Zeit und Ueberzeit. Denn einst muss er doch kommen und darf nicht voruebergehn.
4:287
Sein Mitleiden kannte keine Scham: er kroch in meine schmutzigsten Winkel. Dieser Neugierigste, Ueber-Zudringliche, Ueber-Mitleidige musste sterben.
4:300
Ich liebe die grossen Verachtenden. Der Mensch aber ist Etwas, das ueberwunden werden muss." - -
4:313
Diess ist der Mensch ohne Ekel, diess ist Zarathustra selber, der Ueberwinder des grossen Ekels, diess ist das Auge, diess ist der Mund, diess ist das Herz Zarathustra's selber."
4:321
Nun empoert die Niedrigen alles Wohlthun und kleine Weggeben; und die Ueberreichen moegen auf der Hut sein!
4:347
Also sprach Zarathustra zu seinem Herzen und lief davon. Aber Der, welcher hinter ihm war, folgte ihm nach: so dass alsbald drei Laufende hinter einander her waren, naemlich voran der freiwillige Bettler, dann Zarathustra und zudritt und -hinterst sein Schatten. Nicht lange liefen sie so, da kam Zarathustra zur Besinnung ueber seine Thorheit und schuettelte mit Einem Rucke allen Verdruss und Ueberdruss von sich.
4:403
Auf! sprach er zu sich selber, du Schlaefer! Du Mittagsschlaefer! Wohlan, wohlauf, ihr alten Beine! Zeit ist's und Ueberzeit, manch gut Stueck Wegs blieb euch noch zurueck -
4:443
- denn er selber ist zu dir unterwegs, der letzte Rest Gottes unter Menschen, das ist: alle die Menschen der grossen Sehnsucht, des grossen Ekels, des grossen Ueberdrusses,
4:460
- _nicht_ die Menschen der grossen Sehnsucht, des grossen Ekels, des grossen Ueberdrusses und Das, was ihr den Ueberrest Gottes nanntet.
4:502
Wohlan! Wohlauf! Ihr hoeheren Menschen! Nun erst kreisst der Berg der Menschen-Zukunft. Gott starb: nun wollen _wir_, - dass der Uebermensch lebe.
4:504
Die Sorglichsten fragen heute: "wie bleibt der Mensch erhalten?" Zarathustra aber fragt als der Einzige und Erste: "wie wird der Mensch _ ueberwunden_?"
4:505
Der Uebermensch liegt mir am Herzen, _der_ ist mein Erstes und Einziges, - und _nicht_ der Mensch: nicht der Naechste, nicht der Aermste, nicht der Leidendste, nicht der Beste -
4:512
Diese Herrn von Heute ueberwindet mir, oh meine Brueder, - diese kleinen Leute: _die_ sind des Uebermenschen groesste Gefahr!
4:513
Ueberwindet mir, ihr hoeheren Menschen, die kleinen Tugenden, die kleinen Klugheiten, die Sandkorn-Ruecksichten, den Ameisen-Kribbelkram, das erbaermliche Behagen, das "Glueck der Meisten" -!
4:521
"Der Mensch muss besser und boeser werden" - so lehre _ich_. Das Boeseste ist noethig zu des Uebermenschen Bestem.
4:699
Den genannten Suedfruechten Aehnlich, allzuaehnlich Liege ich hier, von kleinen Fluegelkaefern Umtaenzelt und umspielt, Insgleichen von noch kleineren Thoerichteren boshafteren Wuenschen und Einfaellen, Umlagert von euch, Ihr stummen, ihr ahnungsvollen Maedchen-Katzen, Dudu und Suleika, - _umsphinxt_, dass ich in Ein Wort Viel Gefuehle stopfe: (Vergebe mir Gott Diese Sprach-Suende!) - sitze hier, die beste Luft schnueffelnd, Paradieses-Luft wahrlich, Lichte leichte Luft, goldgestreifte, So gute Luft nur je Vom Monde herabfiel - Sei es aus Zufall, Oder geschah es aus Uebermuthe? Wie die alten Dichter erzaehlen. Ich Zweifler aber ziehe es In Zweifel, dafuer aber komme ich Aus Europa, Das zweifelsuechtiger ist als alle Aeltlichen Eheweibchen. Moege Gott es bessern! Amen!
4:707
"Wo ist nun ihre Noth hin? sprach er, und schon athmete er selber von seinem kleinen Ueberdrusse auf, - bei mir verlernten sie, wie mich duenkt, das Nothschrein!
4:765
Du selber - wahrlich! auch du koenntest wohl aus Ueberfluss und Weisheit zu einem Esel werden.
4:780
Aber nun lasst mir _diese_ Kinderstube, meine eigne Hoehle, wo heute alle Kinderei zu Hause ist. Kuehlt hier draussen euren heissen Kinder- Uebermuth und Herzenslaerm ab!
4:865
- sie will Liebe, sie will Hass, sie ist ueberreich, schenkt, wirft weg, bettelt, dass Einer sie nimmt, dankt dem Nehmenden, sie moechte gern gehasst sein, -

Fequency of the words:
1 Ueber-Art
1 Ueber-Drache
7 Ueberdruss
1 Ueber-Erde
6 Ueberflus
1 Ueber-Fuelle
2 Ueber-Guete
1 Ueber-Held
1 Uebermacht
46 Uebermensch
2 Ueber-mi
8 Uebermut
1 Ueber-Reich
5 Ueberreich
1 Ueberrest
2 Ueberselig
1 Ueberschwang
25 Ueberwin
15 ueberwun
2 Ueberzeit