Nietzsche - Also Sprach Zarathustra

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Als Zarathustra diese Worte gehoert hatte, gruesste er den Heiligen und sprach: "Was haette ich euch zu geben! Aber lasst mich schnell davon, dass ich euch Nichts nehme!" - Und so trennten sie sich von einander, der Greis und der Mann, lachend, gleichwie zwei Knaben lachen.
1:39
Was ist der Affe fuer den Menschen? Ein Ge laechter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch fuer den Uebermenschen sein: ein Ge laechter oder eine schmerzliche Scham.
1:62
Als Zarathustra so gesprochen hatte, schrie Einer aus dem Volke: "Wir hoerten nun genug von dem Seiltaenzer; nun lasst uns ihn auch sehen!" Und alles Volk lachte ueber Zarathustra. Der Seiltaenzer aber, welcher glaubte, dass das Wort ihm gaelte, machte sich an sein Werk.
1:88
Als Zarathustra diese Worte gesprochen hatte, sahe er wieder das Volk an und schwieg. "Da stehen sie", sprach er zu seinem Herzen, "da lachen sie: sie verstehen mich nicht, ich bin nicht der Mund fuer diese Ohren.
1:117
Und nun blicken sie mich an und lachen: und indem sie lachen, hassen sie mich noch. Es ist Eis in ihrem Lachen.
1:209
Zehn Mal musst du lachen am Tage und heiter sein: sonst stoert dich der Magen in der Nacht, dieser Vater der Truebsal.
1:222
Und welches waren die zehn Versoehnungen und die zehn Wahrheiten und die zehn Ge laechter, mit denen sich mein Herz guetlich that?
1:227
Als Zarathustra den Weisen also sprechen hoerte, lachte er bei sich im Herzen: denn ihm war dabei ein Licht aufgegangen. Und also sprach er zu seinem Herzen:
1:285
Dein Selbst lacht ueber dein Ich und seine stolzen Spruenge. "Was sind mir diese Spruenge und Fluege des Gedankens? sagt es sich. Ein Umweg zu meinem Zwecke. Ich bin das Gaengelband des Ich's und der Einblaeser seiner Begriffe."
1:362
Ich will Kobolde um mich haben, denn ich bin muthig. Muth, der die Gespenster verscheucht, schafft sich selber Kobolde, - der Muth will lachen.
1:363
Ich empfinde nicht mehr mit euch: diese Wolke, die ich unter mir sehe, diese Schwaerze und Schwere, ueber die ich lache, - gerade das ist eure Gewitterwolke.
1:365
Wer von euch kann zugleich lachen und erhoben sein?
1:366
Wer auf den hoechsten Bergen steigt, der lacht ueber alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.
1:377
Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen toedtet man. Auf, lasst uns den Geist der Schwere toedten!
1:389
Zarathustra laechelte und sprach: "Manche Seele wird man nie entdecken, es sei denn, dass man sie zuerst erfindet." "Ja in's Boese! rief der Juengling nochmals.
1:563
Wahrlich, es giebt Keusche von Grund aus: sie sind milder von Herzen, sie lachen lieber und reichlicher als ihr.
1:564
Sie lachen auch ueber die Keuschheit und fragen: "was ist Keuschheit!
1:795
Waere er doch in der Wueste geblieben und ferne von den Guten und Gerechten! Vielleicht haette er leben gelernt und die Erde lieben gelernt - und das Lachen dazu!
2:10
Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschuettert: denn nicht mich sahe ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohn lachen.
2:30
Zu gross war die Spannung meiner Wolke: zwischen Ge laechtern der Blitze will ich Hagelschauer in die Tiefe werfen.
2:160
Leise erbebte und lachte mir heut mein Schild; das ist der Schoenheit heiliges Lachen und Beben.
2:161
Ueber euch, ihr Tugendhaften, lachte heut meine Schoenheit. Und also kam ihre Stimme zu mir: "sie wollen noch - bezahlt sein!"
2:204
Sie warfen ihr Auge hinab in den Brunnen: nun glaenzt mir ihr widriges Laecheln herauf aus dem Brunnen.
2:227
Ein Sommer im Hoechsten mit kalten Quellen und seliger Stille: oh kommt, meine Freunde, dass die Stille noch seliger werde! Denn diess ist _unsre_ Hoehe und unsre Heimat: zu hoch und steil wohnen wir hier allen Unreinen und ihrem Durste. Werft nur eure reinen Augen in den Born meiner Lust, ihr Freunde! Wie sollte er darob truebe werden! Entgegen lachen soll er euch mit _seiner_ Reinheit.
2:240
Aber ich will eure Verstecke schon an's Licht bringen: darum lache ich euch in's Antlitz mein Ge laechter der Hoehe.
2:356
Zuernt mir nicht, ihr schoenen Tanzenden, wenn ich den kleinen Gott ein Wenig zuechtige! Schreien wird er wohl und weinen, - aber zum Lachen ist er noch im Weinen!
2:361
Aber du zogst mich mit goldner Angel heraus; spoettisch lachtest du, als ich dich unergruendlich nannte.
2:366
Also lachte sie, die Unglaubliche; aber ich glaube ihr niemals und ihrem Lachen, wenn sie boes von sich selber spricht.
2:371
Sie hat ihr Auge, ihr Lachen und sogar ihr goldnes Angelruethchen: was kann ich dafuer, dass die Beiden sich so aehnlich sehen?
2:377
Als ich diess zu dem Leben sagte, da lachte es boshaft und machte die Augen zu. "Von wem redest du doch? sagte sie, wohl von mir?
2:399
Nach dem Verwundbarsten, das ich besass, schoss man den Pfeil: das waret ihr, denen die Haut einem Flaume gleich ist und mehr noch dem Laecheln, das an einem Blick erstirbt!
2:474
Unerschuetterlich ist meine Tiefe: aber sie glaenzt von schwimmenden Raethseln und Ge laechtern.
2:475
Einen Erhabenen sah ich heute, einen Feierlichen, einen Buesser des Geistes: oh wie lachte meine Seele ob seiner Haesslichkeit!
2:478
Noch lernte er das Lachen nicht und die Schoenheit. Finster kam dieser Jaeger zurueck aus dem Walde der Erkenntniss.
2:494
Noch hat seine Erkenntniss nicht laecheln gelernt und ohne Eifersucht sein; noch ist seine stroemende Leidenschaft nicht stille geworden in der Schoenheit.
2:503
Wahrlich, ich lachte oft der Schwaechlinge, welche sich gut glauben, weil sie lahme Tatzen haben!
2:514
Aber wie geschah mir? So angst mir auch war, - ich musste lachen! Nie sah mein Auge etwas so Buntgesprenkeltes!
2:515
Ich lachte und lachte, waehrend der Fuss mir noch zitterte und das Herz dazu: "hier ist ja die Heimat aller Farbentoepfe!" - sagte ich.
2:536
Ja, zum Lachen seid ihr mir, ihr Gegenwaertigen! Und sonderlich, wenn ihr euch ueber euch selber wundert!
2:537
Und wehe mir, wenn ich nicht lachen koennte ueber eure Verwunderung, und alles Widrige aus euren Naepfen hinunter trinken muesste!
2:624
Der Juenger antwortete: "ich glaube an Zarathustra." Aber Zarathustra schuettelte den Kopf und laechelte.
2:666
Also entstand eine Unruhe; nach drei Tagen aber kam zu dieser Unruhe die Geschichte der Schiffsleute hinzu - und nun sagte alles Volk, dass der Teufel Zarathustra geholt habe. Seine juenger lachten zwar ob dieses Geredes; und einer von ihnen sagte sogar: "eher glaube ich noch, dass Zarathustra sich den Teufel geholt hat." Aber im Grunde der Seele waren sie Alle voll Besorgniss und Sehnsucht: so war ihre Freude gross, als am fuenften Tage Zarathustra unter ihnen erschien.
2:695
Das Gold aber und das Lachen - das nimmt er aus dem Herzen der Erde: denn dass du's nur weisst, - das Herz der Erde ist von Gold."
2:734
Und im Brausen und Pfeifen und Schrillen zerbarst der Sarg und spie tausendfaeltiges Ge laechter aus.
2:735
Und aus tausend Fratzen von Kindern, Engeln, Eulen, Narren und kindergrossen Schmetterlingen lachte und hoehnte und brauste es wider mich.
2:742
Wahrlich, gleich tausendfaeltigem Kindsge laechter kommt Zarathustra in alle Todtenkammern, lachend ueber diese Nacht- und Grabwaechter, und wer sonst mit duestern Schluesseln rasselt.
2:743
Schrecken und umwerfen wirst du sie mit deinem Ge laechter; Ohnmacht und Wachwerden wird deine Macht ueber sie beweisen.
2:745
Neue Sterne liessest du uns sehen und neue Nachtherrlichkeiten; wahrlich, das Lachen selber spanntest du wie ein buntes Gezelt ueber uns.
2:746
Nun wird immer Kindes- Lachen aus Saergen quellen; nun wird immer siegreich ein starker Wind kommen aller Todesmuedigkeit: dessen bist du uns selber Buerge und Wahrsager!
2:800
- Aber an dieser Stelle seiner Rede geschah es, dass Zarathustra ploetzlich innehielt und ganz einem Solchen gleich sah, der auf das Aeusserste erschrickt. Mit erschrecktem Auge blickte er auf seine Juenger; sein Auge durchbohrte wie mit Pfeilen ihre Gedanken und Hintergedanken. Aber nach einer kleinen Weile lachte er schon wieder und sagte beguetigt:
2:802
Also sprach Zarathustra. Der Bucklichte aber hatte dem Gespraeche zugehoert und sein Gesicht dabei bedeckt; als er aber Zarathustra lachen hoerte, blickte er neugierig auf und sagte langsam:
2:840
Und wahrlich, ihr Guten und Gerechten! An euch ist Viel zum Lachen und zumal eure Furcht vor dem, was bisher "Teufel" hiess!
2:843
Ihr hoechsten Menschen, denen mein Auge begegnete! das ist mein Zweifel an euch und mein heimliches Lachen: ich rathe, ihr wuerdet meinen Uebermenschen - Teufel heissen!
2:886
Da geschah ein Lachen um mich. Wehe, wie diess Lachen mir die Eingeweide zerriss und das Herz aufschlitzte!
2:889
Und wieder lachte es und floh: dann wurde es stille um mich wie mit einer zwiefachen Stille. Ich aber lag am Boden, und der Schweiss floss mir von den Gliedern.
3:2
Wer von euch kann zugleich lachen und erhoben sein?
3:3
Wer auf den hoechsten Bergen steigt, der lacht ueber alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste."
3:36
Und indem Zarathustra so sprach, lachte er mit Schwermuth und Bitterkeit ueber sich selber. "Wie! Zarathustra! sagte er, willst du noch dem Meere Trost singen?
3:39
Die _Liebe_ ist die Gefahr des Einsamsten, die Liebe zu Allem, wenn es nur lebt! Zum Lachen ist wahrlich meine Narrheit und meine Bescheidenheit in der Liebe!" -
3:40
Also sprach Zarathustra und lachte dabei zum andern Male: da aber gedachte er seiner verlassenen Freunde -, und wie als ob er sich mit seinen Gedanken an ihnen vergangen habe, zuernte er sich ob seiner Gedanken. Und alsbald geschah es, dass der Lachende weinte: - vor Zorn und Sehnsucht weinte Zarathustra bitterlich.
3:97
Nicht mehr Hirt, nicht mehr Mensch, - ein Verwandelter, ein Umleuchteter, welcher _ lachte_! Niemals noch auf Erden lachte je ein Mensch, wie _er_ lachte!
3:98
Oh meine Brueder, ich hoerte ein Lachen, das keines Menschen Lachen war, - - und nun frisst ein Durst an mir, eine Sehnsucht, die nimmer stille wird.
3:99
Meine Sehnsucht nach diesem Lachen frisst an mir: oh wie ertrage ich noch zu leben! Und wie ertruege ich's, jetzt zu sterben! -
3:135
Wahrlich, misstrauisch bin ich gegen eure tueckische Schoenheit! Dem Liebenden gleiche ich, der allzusammtenem Laecheln misstraut.
3:140
Also sprach Zarathustra. Und er wartete auf sein Unglueck die ganze Nacht: aber er wartete umsonst. Die Nacht blieb hell und still, und das Glueck selber kam ihm immer naeher und naeher. Gegen Morgen aber lachte Zarathustra zu seinem Herzen und sagte spoettisch: "das Glueck laeuft mir nach. Das kommt davon, dass ich nicht den Weibern nachlaufe. Das Glueck aber ist ein Weib."
3:149
Wir reden nicht zu einander, weil wir zu Vieles wissen -: wir schweigen uns an, wir laecheln uns unser Wissen zu.
3:151
Zusammen lernten wir Alles; zusammen lernten wir ueber uns zu uns selber aufsteigen und wolkenlos laecheln: -
3:152
- wolkenlos hinab laecheln aus lichten Augen und aus meilenweiter Ferne, wenn unter uns Zwang und Zweck und Schuld wie Regen dampfen.
3:260
Da lache ich meines gestrengen Gastes und bin ihm noch gut, dass er zu Hause mir die Fliegen wegfaengt und vielen kleinen Laerm stille macht.
3:265
Herzhaft wahrlich, selbst dann noch, wenn ich zu Bett _krieche_ -: da lacht und muthwillt noch mein verkrochenes Glueck; es lacht noch mein Luegen-Traum.
3:346
Wahrlich, Mancher von ihnen hob einst die Beine wie ein Taenzer, ihm winkte das Lachen in meiner Weisheit: - da besann er sich. Eben sah ich ihn krumm - zum Kreuze kriechen.
3:381
Mir aber wand sich das Herz vor Lachen und wollte brechen und wusste nicht, wohin? und sank in's Zwerchfell.
3:382
Wahrlich, das wird noch mein Tod sein, dass ich vor Lachen ersticke, wenn ich Esel betrunken sehe und Nachtwaechter also an Gott zweifeln hoere.
3:388
Und alle Goetter lachten damals und wackelten auf ihren Stuehlen und riefen: "Ist das nicht eben Goettlichkeit, dass es Goetter, aber keinen Gott giebt?"
3:393
Nun drohe mir nur mit dem Finger, wie Muetter drohn, nein laechle mir zu, wie Muetter laecheln, nun sprich nur: "Und wer war das, der wie ein Sturmwind einst von mir davonstuermte? -
3:442
Sprach ihm heimlich wohl meine Weisheit zu, meine lachende wache Tags-Weisheit, welche ueber alle "unendliche Welten" spottet? Denn sie spricht: "wo Kraft ist, wird auch die _Zahl_ Meisterin: die hat mehr Kraft."
3:544
Dess warte ich nun: denn erst muessen mir die Zeichen kommen, dass es _meine_ Stunde sei, - naemlich der lachende Loewe mit dem Taubenschwarme.
3:551
Und ich hiess sie ihre alten Lehr-Stuehle umwerfen, und wo nur jener alte Duenkel gesessen hatte; ich hiess sie lachen ueber ihre grossen Tugend-Meister und Heiligen und Dichter und Welt-Erloeser.
3:552
Ueber ihre duesteren Weisen hiess ich sie lachen, und wer je als schwarze Vogelscheuche warnend auf dem Baume des Lebens gesessen hatte.
3:553
An ihre grosse Graeberstrasse setzte ich mich und selber zu Aas und Geiern - und ich lachte ueber all ihr Einst und seine muerbe verfallende Herrlichkeit.
3:554
Wahrlich, gleich Busspredigern und Narrn schrie ich Zorn und Zeter ueber all ihr Grosses und Kleines -, dass ihr Bestes so gar klein ist! Dass ihr Boesestes so gar klein ist! - also lachte ich.
3:555
Meine weise Sehnsucht schrie und lachte also aus mir, die auf Bergen geboren ist, eine wilde Weisheit wahrlich! - meine grosse fluegelbrausende Sehnsucht.
3:556
Und oft riss sie mich fort und hinauf und hinweg und mitten im Lachen: da flog ich wohl schaudernd, ein Pfeil, durch sonnentrunkenes Entzuecken:
3:568
Wahrlich, auch neue Sterne liess ich sie sehn sammt neuen Naechten; und ueber Wolken und Tag und Nacht spannte ich noch das Lachen aus wie ein buntes Gezelt.
3:740
Und verloren sei uns der Tag, wo nicht Ein Mal getanzt wurde! Und falsch heisse uns jede Wahrheit, bei der es nicht Ein Ge laechter gab!
3:830
- "Oh Zarathustra, sagten darauf die Thiere, Solchen, die denken wie wir, tanzen alle Dinge selber: das kommt und reicht sich die Hand und lacht und flieht - und kommt zurueck.
3:834
- Oh ihr Schalks-Narren und Drehorgeln! antwortete Zarathustra und laechelte wieder, wie gut wisst ihr, was sich in sieben Tagen erfuellen musste: -
3:859
- "Oh ihr Schalks-Narren und Drehorgeln, so schweigt doch! - antwortete Zarathustra und laechelte ueber seine Thiere. Wie gut ihr wisst, welchen Trost ich mir selber in sieben Tagen erfand!
3:895
Oh meine Seele, ich gab dir Alles, und alle meine Haende sind an dich leer geworden: - und nun! Nun sagst du mir laechelnd und voll Schwermuth: "Wer von uns hat zu danken? -
3:897
Oh meine Seele, ich verstehe das Laecheln deiner Schwermuth: dein Ueber-Reichthum selber streckt nun sehnende Haende aus!
3:898
Deine Fuelle blickt ueber brausende Meere hin und sucht und wartet; die Sehnsucht der Ueber-Fuelle blickt aus deinem laechelnden Augen-Himmel!
3:899
Und wahrlich, oh meine Seele! Wer saehe dein Laecheln und schmelze nicht vor Thraenen? Die Engel selber schmelzen vor Thraenen ob der Ueber-Guete deines Laechelns.
3:900
Deine Guete und Ueber-Guete ist es, die nicht klagen und weinen will: und doch sehnt sich, oh meine Seele, dein Laecheln nach Thraenen und dein zitternder Mund nach Schluchzen.
3:901
"Ist alles Weinen nicht ein Klagen? Und alles Klagen nicht ein Anklagen?" Also redest du zu dir selber, und darum willst du, oh meine Seele, lieber laecheln, als dein Leid ausschuetten.
3:903
Aber willst du nicht weinen, nicht ausweinen deine purpurne Schwermuth, so wirst du _singen_ muessen, oh meine Seele! - Siehe, ich laechle selber, der ich dir solches vorhersage:
3:917
Nach meinem Fusse, dem tanzwuethigen, warfst du einen Blick, einen lachenden fragenden schmelzenden Schaukel-Blick:
3:963
zum Blitze bereit im dunklen Busen und zum erloesenden Lichtstrahle, schwanger von Blitzen, die Ja! sagen, Ja! lachen, zu wahrsagerischen Blitzstrahlen: -
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Wenn ich je mit dem Lachen des schoepferischen Blitzes lachte, dem der lange Donner der That grollend, aber gehorsam nachfolgt:
4:10
Als Zarathustra aber oben auf der Hoehe war, sandte er die Thiere heim, die ihn geleitet hatten, und fand, dass er nunmehr allein sei: - da lachte er aus ganzem Herzen, sah sich um und sprach also:
4:27
Nicht dass ich solchen Zuernern darob gram wuerde: zum Lachen sind sie mir gut genung! Ungeduldig muessen sie schon sein, diese grossen Laermtrommeln, welche heute oder niemals zu Worte kommen!
4:32
Hier lache, lache meine helle heile Bosheit! Von hohen Bergen wirf hinab dein glitzerndes Spott- Ge laechter! Koedere mit deinem Glitzern mir die schoensten Menschen-Fische!
4:97
Deine Feinde naemlich zeigten uns dein Bild in ihrem Spiegel: da blicktest du mit der Fratze eines Teufels und hohn lachend: also dass wir uns vor dir fuerchteten.
4:109
Und Zarathustra gieng nachdenklich weiter und tiefer, durch Waelder und vorbei an moorigen Gruenden; wie es aber Jedem ergeht, der ueber schwere Dinge nachdenkt, so trat er unversehens dabei auf einen Menschen. Und siehe, da spruetzten ihm mit Einem Male ein Weheschrei und zwei Flueche und zwanzig schlimme Schimpfworte in's Gesicht: also dass er in seinem Schrecken den Stock erhob und auch auf den Getretenen noch zuschlug. Gleich darauf aber kam ihm die Besinnung; und sein Herz lachte ueber die Thorheit, die er eben gethan hatte.
4:195
Also sprach Zarathustra, getroesteten Herzens, und gierig lachend seines Wegs fuerbass.
4:329
Also sprach der Friedfertige und schnaufte selber und schwitzte bei seinen Worten: also dass die Kuehe sich von Neuem wunderten. Zarathustra aber sah ihm immer mit Laecheln in's Gesicht, als er so hart redete, und schuettelte dazu schweigend den Kopf.
4:396
- einen alten braunen Tropfen goldenen Gluecks, goldenen Weins? Es huscht ueber ihn hin, sein Glueck lacht. So - lacht ein Gott. Still! -
4:426
Also sprach Zarathustra und lachte vor Liebe und Bosheit. Nach dieser Begruessung verneigten sich seine Gaeste abermals und schwiegen ehrfuerchtig; der Koenig zur Rechten aber antwortete ihm in ihrem Namen.
4:462
- auf Hoehere, Staerkere, Sieghaftere, Wohlgemuthere, Solche, die rechtwinklig gebaut sind an Leib und Seele: _ lachende_Loewen_ muessen kommen!
4:477
"Brod? entgegnete Zarathustra und lachte dazu. Nur gerade Brod haben Einsiedler nicht. Aber der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern auch vom Fleische guter Laemmer, deren ich zwei habe:
4:581
Seid guten Muths, was liegt daran! Wie Vieles ist noch moeglich! Lernt ueber euch selber lachen, wie man lachen muss!
4:584
Was Wunders, dass mancher Topf zerbricht! Lernt ueber euch lachen, wie man lachen muss! Ihr hoeheren Menschen, oh wie Vieles ist noch moeglich!
4:588
Welches war hier auf Erden bisher die groesste Suende? War es nicht das Wort Dessen, der sprach: "Wehe Denen, die hier lachen!"
4:589
Fand er zum Lachen auf der Erde selber keine Gruende? So suchte er nur schlecht. Ein Kind findet hier noch Gruende.
4:590
Der - liebte nicht genug: sonst haette er auch uns geliebt, die Lachenden! Aber er hasste und hoehnte uns, Heulen und Zaehneklappern verhiess er uns.
4:596
Krumm kommen alle guten Dinge ihrem Ziele nahe. Gleich Katzen machen sie Buckel, sie schnurren innewendig vor ihrem nahen Gluecke, - alle guten Dinge lachen.
4:602
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: ich selber setzte mir diese Krone auf, ich selber sprach heilig mein Ge laechter. Keinen Anderen fand ich heute stark genug dazu.
4:604
Zarathustra der Wahrsager, Zarathustra der Wahr lacher, kein Ungeduldiger, kein Unbedingter, Einer, der Spruenge und Seitenspruenge liebt; ich selber setzte mir diese Krone auf!
4:615
Der die Poebel-Schwindhunde hasst und alles missrathene duestere Gezuecht: gelobt sei dieser Geist aller freien Geister, der lachende Sturm, welcher allen Schwarzsichtigen, Schwaersuechtigen Staub in die Augen blaest!
4:617
Wie Vieles ist noch moeglich! So _lernt_ doch ueber euch hinweg lachen! Erhebt eure Herzen, ihr guten Taenzer, hoch! hoeher! Und vergesst mir auch das gute Lachen nicht!
4:618
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: euch, meinen Bruedern, werfe ich diese Krone zu! Das Lachen sprach ich heilig; ihr hoeheren Menschen, _lernt_ mir - lachen!
4:643
Der du den Menschen schautest So Gott als Schaf -: Den Gott _zerreissen_ im Menschen Wie das Schaf im Menschen, Und zerreisend _ lachen_ -
4:666
Also sprach der Gewissenhafte; aber Zarathustra, der eben in seine Hoehle zurueckkam und die letzte Rede gehoert und errathen hatte, warf dem Gewissenhaften eine Hand voll Rosen zu und lachte ob seiner "Wahrheiten". "Wie! rief er, was hoerte ich da eben? Wahrlich, mich duenkt, du bist ein Narr oder ich selber bin's: und deine `Wahrheit` stelle ich rucks und flugs auf den Kopf.
4:670
"Zarathustra"! schrien Alle, die beisammen sassen, wie aus Einem Munde und machten dazu ein grosses Ge laechter; es hob sich aber von ihnen wie eine schwere Wolke. Auch der Zauberer lachte und sprach mit Klugheit: "Wohlan! Er ist davon, mein boeser Geist!
4:709
"Sie sind lustig, begann er wieder, und wer weiss? vielleicht auf ihres Wirthes Unkosten; und lernten sie von mir lachen, so ist es doch nicht _mein_ Lachen, das sie lernten.
4:710
Aber was liegt daran! Es sind alte Leute: sie genesen auf ihre Art, sie lachen auf ihre Art; meine Ohren haben schon Schlimmeres erduldet und wurden nicht unwirsch.
4:714
Also sprach Zarathustra. Und wieder kam da das Geschrei und Ge laechter der hoeheren Menschen aus der Hoehle: da begann er von Neuem.
4:715
"Sie beissen an, mein Koeder wirkt, es weicht auch ihnen ihr Feind, der Geist der Schwere. Schon lernen sie ueber sich selber lachen: hoere ich recht?
4:724
Ploetzlich aber erschrak das Ohr Zarathustra's: die Hoehle naemlich, welche bisher voller Laermens und Ge laechters war, wurde mit Einem Male todtenstill; - seine Nase aber roch einen wohlriechenden Qualm und Weihrauch, wie von brennenden Pinien-Zapfen.
4:773
Eins aber weiss ich, - von dir selber lernte ich's einst, oh Zarathustra: wer am gruendlichsten toedten will, der _ lacht_.
4:774
`Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen toedtet man` - so sprachst du einst. Oh Zarathustra, du Verborgener, du Vernichter ohne Zorn, du gefaehrlicher Heiliger, - du bist ein Schelm!"
4:807
- welche schon eurer Vaeter Herzens-Schmerzens-Schlaege abzaehlte - ach! ach! wie sie seufzt! wie sie im Traume lacht! die alte tiefe tiefe Mitternacht!
4:809
- nun redet es, nun hoert es sich, nun schleicht es sich in naechtliche ueberwache Seelen: ach! ach! wie sie seufzt! wie sie im Traume lacht!
4:844
- ist der Wind nicht ein Hund? Er winselt, er klaefft, er heult. Ach! Ach! wie sie seufzt! wie sie lacht, wie sie roechelt und keucht, die Mitternacht!
4:886
"Das Zeichen kommt," sprach Zarathustra und sein Herz verwandelte sich. Und in Wahrheit, als es helle vor ihm wurde, da lag ihm ein gelbes maechtiges Gethier zu Fuessen und schmiegte das Haupt an seine Knie und wollte nicht von ihm lassen vor Liebe und that einem Hunde gleich, welcher seinen alten Herrn wiederfindet. Die Tauben aber waren mit ihrer Liebe nicht minder eifrig als der Loewe; und jedes Mal, wenn eine Taube ueber die Nase des Loewen huschte, schuettelte der Loewe das Haupt und wunderte sich und lachte dazu.
4:893
Zu meiner letzten Suende? rief Zarathustra und lachte zornig ueber sein eigenes Wort: _was_ blieb mir doch aufgespart als meine letzte Suende?"

Fequency of the words:
1 Gelach
14 Gelaech
133 lach
46 laech
133 Lach
46 Laech